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Einzigartiges Museum, das keiner kennt

033397/21094 033397-21094 03339721094
Anästhesie-Museum
Dr. Volkmar Wünscher
Adresse:Akazienhain 2, 16348 Wandlitz
Telefon:03 33 97/2 10 94
Website:www.wuenscher.eu

Exklusiver Blick in den OP

Stand: April 2018

So ziemlich jeder hat schon mal eine Operation mitgemacht. Kann man sich vorstellen, diese „einschneidende“ Prozedur mit all den unvermeidlichen Schmerzen bei vollem Bewusstsein zu ertragen? Was heute undenkbar ist, war bis vor gerade mal 175 Jahren völlig normal!

So ziemlich jeder hat schon mal eine Operation mitgemacht. Kann man sich vorstellen, diese „einschneidende“ Prozedur mit all den unvermeidlichen Schmerzen bei vollem Bewusstsein zu ertragen? Was heute undenkbar ist, war bis vor gerade mal 175 Jahren völlig normal! „Die Anästhesie hat ihre Geburtsstunde 1842, als durch den amerikanischen Landarzt Crawford Williamson Long im kleinen Ort Jefferson im ländlich geprägten Bundesstaat Philadelphia das erste Mal eine Operation unter Betäubung mit Äther stattgefunden hatte. Die moderne Anästhesie in Deutschland ist viel jünger“, verblüfft Dr. Volkmar Wünscher. „Wichtig war Lachgas. Es fungierte früher in der englischen Oberschicht als Droge, deren Wirkung für die Medizin erst mit der Zeit erkannt wurde.“

Museum ohne Eintrittsgeld
Der Wandlitzer ist von seinem Fachgebiet derart fasziniert, dass er in seiner Datscha in Stolzenhagen ein „Anästhesie-Museum“ eingerichtet hat. Um dieses zu besuchen reicht, sich anzumelden. Dann bekommt man zum vereinbarten Termin vom langjährigen Chef-Anästhesisten der Robert-Rössle-Klinik in Berlin-Buch eine unglaublich packende Führung, ganz ohne Fachchinesisch. „Die Robert-Rössle-Klinik war auf die Behandlung von Krebs ausgerichtet und in der DDR federführend. Wir hatten immer die neuesten Geräte, da wir diese für den Einsatz im Land begutachteten“, blickt Dr. Wünscher zurück.

Technikfreak im weißen Mantel
Er stammt aus Leipzig. „Mein Vater Wolfgang Wünscher war Psychiater in Berlin-Buch. Da war es gewünscht, dass ich ebenfalls diesen Beruf ergreife. Ich wäre gerne Allgemeinarzt geworden. Allerdings war die Ausbildung für Landärzte in der DDR so dürftig, dass ich mich 1975 bis 1980 zum Facharzt für Anästhesie ausbilden ließ. Dabei spielte mein großes Interesse für Technik eine wichtige Rolle“, blickt der Wandlitzer zurück.
Er war bereits in den 1980-er Jahren Mitglied einer Forschungsgruppe in der „Akademie der Wissenschaften“, die sich mit der Einführung von PC-Technik in seinem Arbeitsbereich beschäftigte. Nun führt er an ausgestellten Geräten, Instrumenten und Fotos anschaulich vor, wie der medizinische Fortschritt zum Wohle des Patienten ent­wickelt wurde.

Narkose ohne Äther
Während heute jeder mit einem winzigen Zündholzschachtel großen Fingergerät Puls und Sauerstoff messen kann, war es ein immenser Fortschritt, als diese Werte zusätzlich zum Blutdruck für die Anästhesie Verwendung fanden. „Heute misst man die Hirnströme und kann die Medikamente dadurch noch gezielter dosieren. Die Ent­deckung von Propofol ermöglicht mittlerweile, dass man ohne die Nebenwirkungen von Äther oder Lachgas die Narkose exakt über die Venen steuern kann. Es geht ja darum, dass der Patient nicht zu früh aufwacht, nach der Operation aber nach zehn Minuten wieder zu sich kommt. Allerdings ist Technik nur eine Seite. Jeder Mensch ist schließlich anders“, gibt der Praktiker Einblick.

Psychologie am Krankenbett
Bei aller Technik im OP macht Dr. Volkmar Wünscher gerne darauf aufmerksam, wie wichtig gerade in seinem Gebiet Psychologie ist. „Als Anästhesist hat man nur kurze Zeit Kontakt mit dem Patienten. Hier gilt es, Vertrauen aufzubauen, so dass Ängste vor der Operation möglichst abgebaut werden! Im OP ist der Anästhesist die Person, die den gesamten Ablauf im Auge haben muss. Die Operateure hingegen haben jeder für sich ganz spezielle Tätigkeiten“, gibt er Einblick in Bereiche, von denen von uns Laien kaum jemand eine Ahnung hat. Mit Dr. Volkmar Wünscher und seinem informativen Privat­museum in Stolzenhagen bekommt man also Einblicke in eine Welt, mit der die meisten schon zu tun hatten oder noch haben werden.
Ein Besuch ist mehr als empfehlenswert. Dieser ist nach Absprache vom 1. Mai bis zum 16. Oktober möglich.