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Vierbeiner bringt Ruhe ins Klassenzimmer: „Socke“ sorgt mit dem Glücksrad für glückliche Schüler

Schulbegleithund-Team
Bettina Bruch
E-Mail:bettina.bruch@freemail.de

Pudelwohl in der Schule!

Stand: Mai 2020

Spaß mit „Socke“, damit macht die Grundschule in Klosterfelde Furore. Zu verdanken ist dies einer Lehrerin aus Basdorf.

Denn die Socke, die sie regelmäßig in den Unterricht mitbringt, trägt man nicht am Fuß, vielmehr hat sie selbst Füße. Genau gesagt gleich vier, denn bei „Socke“ handelt es sich um einen Pudel!
Mit diesem bildet Bettina Bruch ein Schulbegleithund-Team. „Ich hatte 2014 im Urlaub eine Fernsehsendung gesehen, wo eine Lehrerin ihren Vierbeiner mit in den Unterricht gebracht hat. Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe 2015 auf eigene Kosten erste Fortbildungen in Berlin absolviert und in den Sommerferien ein Konzept erarbeitet. Dies hat unseren Schulleiter Frank Hamann überzeugt. Damit hatte ich zwar grünes Licht, was aber fehlte, war der Hund“, erklärt sie.

Auf den Pudel gekommen
Den fand sie in „Socke“. Er wurde so benannt, weil sich bei dem silbermerlefarbenen Pudel die Pfoten weiß abheben. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf den Pudel komme. Ich hatte vorher einen Cockerspaniel-Mischling. Pudel gelten aber als besonders lernfähig.“
Das führt „Socke“ gerne vor. So ist der Pudel Meister am „Glücksrad“. Wenn er dieses zur Drehung bringt, damit es an einem Buchstaben stehenbleibt, dann bilden die Kinder gerne die entsprechenden Worte. „Er läuft während des Unterrichts durch den Raum, meine Schüler dürfen ihn aber nicht locken. Zu wem er kommt und sich kraulen lässt, der hat eben Glück“, gibt Bettina Bruch weiteren Einblick. „Da sich ‚Socke‘ gerne herumliegende Sachen aneignet und versucht, diese ‚aufzuräumen‘, müssen die Schüler Ordnung halten. Damit hat der Hund eine sehr disziplinierende Wirkung. Außerdem erkläre ich den Kindern, wie geräuschempfindlich diese Tiere sind. So lernen sie, Rücksicht zu nehmen. An Tagen wo ‚Socke‘ mit im Unterricht ist, geht es erheblich leiser in der Klasse zu. Die Tür wird sanft geschlossen, es gibt kein Herumrennen und Toben“, beschreibt die engagierte Lehrerin einen weiteren Effekt.

Beruhigende Wirkung
Natürlich hilft der verspielte Pudel Kindern mit Angst vor Tieren, diese zu überwinden. „Zudem wirkt ‚Socke‘ beruhigend“, hat Bettina Bruch beobachtet. „Kinder, die hippelig und überdreht sind, kommen durch Sockes Zuwendung zu sich und werden dadurch mehr ansprechbar.“
Manchmal lässt sich der Pudel einfach etwas vorlesen, nämlich indem er als „Lesehund“ wirkt: „Als Erwachsener kann man manchmal nicht vermeiden, sich die Ungeduld anhören zu lassen, wenn das Kind zum x-ten Mal an derselben Stelle hängenbleibt. Das macht der Hund nicht. Dadurch erwachsen den Kleinen Mut und letztendlich die Freude am Lesen“, beschreibt sie.

Vorbild-Wirkung
Um so weit zu kommen, mussten Hund und Frauchen eine ganze Menge lernen: „Voraussetzung war die Ausbildung zum Therapiebegleithund mit Schwerpunkt auf Pädagogik. In Fortsetzung dessen gibt es regelmäßige Fortbildungen. Dies alles findet in Brandenburg an der Havel statt, was bei den zweitägigen Kursen erhebliche Kosten für Anfahrt und Übernachtung mit sich bringt“, gibt Bettina Bruch Einblick in ihr Engagement.
Dennoch hat sie bereits „Nacheiferer“ gefunden. Dazu gehört Lehrerkollegin Christine Parschau, die in der Grundschule Wandlitz unterrichtet. Sie hat ihren Kurzhaarcollie zum Lesehund ausbilden lassen. „Der kann noch viel mehr Kunst­stücke als ‚Socke‘, er ist wohl noch gelehriger“, lobt Bettina Bruch.
Mal sehen, welche Schulen bald noch auf den Hund kommen. Jedenfalls hat die Basdorfer Lehrerin diesbezüglich viele Anfragen. Dabei hat sie gute Chancen, sogar in die Wissenschaft einzugehen, denn „Socke“ soll Thema einer Masterarbeit werden!

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